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Fairphone will es wissen. Jährlich legt der niederländische Hersteller seinen „Impact Report“ vor. In dem geht es darum, zu untersuchen, ob das Unternehmenskonzept der nachhaltige Mobiltelefonie nicht zuletzt auch ökonomisch aufgeht und Industrie sowie Endkunden auf der globalen Bühne zum Umdenken bewegen kann. So viel können wir bereits verraten: 2020 hat Fairphone nicht nur Meilensteine gesetzt, sondern sogar übertroffen!

Produktion grüner Smartphones kann sehr wohl rentabel sein

Die Veröffentlichung der Verkaufszahlen und Absatzmärkte ist etwas, das Unternehmen jährlich vorlegen. Fairphone geht mit seinem „Impact Report“ jedoch einen Schritt weiter und will wissen, ob das nachhaltige Geschäftsmodell rentabel sein kann. 2013 wurde das Unternehmen in den Niederlanden als Kampagne gegründet, die über Konfliktmineralien aufklärt.

Schnell wurde klar: Das ist erst der Anfang. Denn die Idee, nachhaltige Smartphones mit absoluter Transparenz in der Lieferkette bei möglichst geringen Schäden für die Umwelt und sozial verträglichen Arbeitsbedingungen zu produzieren, war so gut, dass alle Energien gebündelt werden sollten, um die Elektroindustrie zum Umdenken zu bewegen.

Den Wandel will Fairphone mehrdimensional erreichen. Zum einen soll das Bewusstsein der Verantwortlichen und der Öffentlichkeit für die komplexen, wenig nachhaltigen Lieferketten in der Elektroindustrie geweckt werden. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen, dass es mit ethisch korrekt produzierten Smartphones durchaus möglich ist, gewinnbringend zu wirtschaften. Da viele Köche in diesem Fall den Brei nicht verderben, sondern delikater machen, hat Fairphone die Mission, dass andere Unternehmen dem Beispiel der Niederländer folgen und fair für Mensch und Umwelt produzieren.

Verkaufszahlen als Erfolgsmarker

Die Verkaufszahlen sind natürlich einer der stärksten Indikatoren für das Fortschreiten der Mission von Fairphone. Du erinnerst dich: 2014 kam das erste Fairphone auf den Markt. 2017 haben sich 25.310 Kunden für ein ethisches Smartphone entschieden. 2019 hatte sich die Zahl der Käufer mehr als verdoppelt. Für das Jahr 2021 hatte Fairphone sich als Ziel gesetzt, 125.000 faire Smartphones abzusetzen.

Eine Hausnummer, die vielleicht schon 2020 geglückt wäre. Doch dann kam die Corona-Pandemie. Trotz oder wegen der Pandemie stiegen die Verkaufszahlen auf beachtliche 94.985 Fairphones, womit sich das Geschäftsmodell als rentabel unter Beweis stellte. Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil es die Kunden in vielen Ländern – Deutschland vorweg – bevorzugen, ihr faires Smartphone direkt beim Händler und nicht im Internet zu kaufen. Diese Lücke konnte Fairphone mit Onlineverkäufen teilweise schließen: 40 % der Smartphones wurden via Internet verkauft. Am häufigsten entscheiden sich die Kunden in Deutschland, Frankreich und der Schweiz für ein nachhaltiges Telefonieren.

Der Eisbrecher 2020: Fairphone 3+

Die Smartphone-Industrie ist bekannt dafür, ein Highlight nach dem nächsten auf den Markt zu werfen. Schneller, weiter, höher sind die Muster, nach denen die Marketingkampagnen der großen Hersteller gestrickt werden. Die Kunden ziehen begeistert nach und tauschen ihr „altes“ Smartphone oft schon nach wenigen Monaten gegen das neueste Modell ein.

Ein Fairphone steht für den grüneren Weg und setzt auf modulares Design. Nach diesem Lego-Prinzip lassen sich defekte oder veraltete Teile einfach austauschen – der Neukauf entfällt. Als Fairphone im August 2020 das Modell 3 + herausbrachte, zeigte sich, wie genial dieser Ansatz ist. Denn alle User, die bereits Fairphone 3 verwendeten, konnten mit dem neuen Kamera-Modul ihr Smartphone günstig und nachhaltig upgraden.

Doch es gibt neben der Performance noch weitere Aspekte, warum du dich – endlich – für ein Fairphone 3 + entscheiden solltest. Denn der Anteil der fair geförderten Rohstoffe hat sich bei diesem Modell erheblich vergrößert! Kobalt ist mittlerweile zu 100 % fair gefördert. Daneben wird recyceltes Neodymium benutzt und das Fairphone 3+ besteht zu 41 % aus recyceltem Plastik. Das ist ein echter Meilenstein, denn bei dem Fairphone 3 waren es noch 9 %. Übrigens ist das Fairphone 3 + mit Android 10 ausgestattet. Damit weist es eine längere Lebensdauer auf.

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Das neue Fairphone 3+ online kaufen

Die „nachhaltigsten Smartphone der Welt“ kannst Du ohne Zwischenhändler direkt auf der Homepage des Herstellers Fairphone erwerben – selbstverständlich nebst passendem Zubehör und Ersatzteilen. Aktuell gibt es das modulare Handy sogar zu einem günstigeren Preis – also greife zu, solange es noch geht (Stand 07/2021).

Nicht ganz so nachhaltig wie die Hersteller-Homepage, aber du bekommst das neue Fairphone 3+ (und ältere Modelle) natürlich auch auf Amazon:

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  • Weltweit führendes modulares und reparables Design
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Noch mehr fair geförderte Rohstoffe

Alles, was in einem Smartphone steckt, hat einen direkten Einfluss auf Mensch und Umwelt. 2020 hat Fairphone sich auf acht Materialien besonders fokussiert. 56 % der für die Smartphones verwendeten Rohstoffe sind fair gefördert. Zum Vergleich waren es 2017 „nur“ 32,75 %. Die Gründung der „Fair Cobalt Alliance“ war ein weiteres Highlight 2020. Das Ziel dieser Vereinigung, der mittlerweile auch Unternehmen wie Tesla beigetreten sind, ist das Schaffen fairer, nicht die Gesundheit gefährdender Arbeitsbedingungen und die Abschaffung der Kinderarbeit in den Minen.

Bis zum Jahr 2023 will Fairphone die Liste fairer Rohstoffe von 8 auf 14 erhöhen. Darunter Silber, Aluminium, Nickel, Magnesium, Zink und Indium. Gleichzeitig macht sich Fairphone stark für eine bessere Entlohnung der Arbeiter in den Minen und der Zulieferindustrie. 45 % der Beschäftigten können bislang von speziellen Programmen profitieren.

Den Lebenszyklus eines Smartphones verlängern

Durchschnittlich 2,7 Jahre ist ein Handy in Gebrauch. Ist das Smartphone veraltet oder kaputt, wandern die Geräte auf den Müll. 50 Millionen Tonnen Mobiltelefon-Schrott fallen jedes Jahr an. Mit seinem Modulsystem, das auf Austausch von einzelnen Teilen statt Wegwerfen zielt, ist es Fairphone gelungen, die Lebensspanne eines Handys auf 4,7 Jahre zu verlängern. Geht es nach dem Unternehmen, erhöht sich das in den nächsten zwei Jahren auf fünf Jahre.

Doch wie sieht es mit dem Recycling insgesamt aus? Wenn du mit dem Thema vertraut bist, weißt du, dass 100 % Wiederverwertung nicht erreichbar ist. Fairphone ist es allerdings gelungen, über 50 % der für das Fairphone 3+ verwendeten Materialien dem Recycling ohne Wenn und Aber dem Recycling zuführbar zu machen – bei dem Vorgängermodell waren es noch 30 %.

Fazit: Auf zu den nächsten Zielen

Wie der „Impact Report“ zeigt, hat Fairphone nicht nur die selbst gesetzten Ziele erreicht, sondern sogar übertroffen. Nun geht es in die nächste Runde. Im Fokus steht dabei klar, andere Unternehmen aus der Elektronikindustrie dafür zu gewinnen, den nachhaltigeren Weg einzuschlagen. Das erfordert einen Paradigmenwechsel auf vielen Ebenen. Gut, dass Fairphone sich mit anderen Akteuren, die ähnlich grüne Ansätze verfolgen, zum Kollektiv FairTEC zusammengeschlossen hat. Gemeinsam lässt sich einfach noch mehr erreichen.

Weiterführende Informationen

Beitragsbild: © Fairphone

Written by Redaktion