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Du achtest auf Bio-Lebensmittel, fair produzierte Kleidung und legst Wege so oft wie möglich zu Fuß, per Fahrrad oder den Öffentlichen zurück? Doch hast Du Dir schon einmal Gedanken um eine nachhaltige Smartphone-Nutzung gemacht? Der mobile Alltagsbegleiter ist zur Selbstverständlichkeit geworden, organisiert das tägliche Leben und manchmal sogar das komplette Büro. Grund genug, bei der täglichen Handynutzung einiges zu optimieren. Hier kommen Tipps, wie Du ein Stück besser telefonierst.f

Nachhaltige Handynutzung: Die 10 besten Tipps

1. Kaufe ein gebrauchtes Handy

Den kleinsten ökologischen Fußabdruck hinterlässt Du immer noch mit einem Nicht-Kauf.
© SFIO CRACHO / shutterstock.com

Ein neues Smartphone ist auf dem Markt und Du möchtest unbedingt technisch auf der Höhe der Zeit sein? Keine gute Idee in Sachen Nachhaltigkeit. Denn die größte Belastung für die Umwelt entsteht während der Produktion eines Handys. Daher ist es das Beste, wenn Du das neue Telefon gar nicht erst kaufst und stattdessen auf ein gebrauchtes Gerät setzt. Hier müssen immerhin keine neuen Rohstoffe mehr abgebaut und Energie für die Produktion verschwendet werden. Kaufst Du ein gebrauchtes Smartphone, musst Du vielleicht auf die neuesten Features verzichten, aber selbst mit zwei bis drei Jahre alten Modellen bist Du immer noch zuverlässig im Internet unterwegs, kannst Deine gewohnten Apps nutzen und geht es Dir nur ums Telefonieren, ist das sogar mit den simpelsten und ältesten Geräten möglich.

2. Denke an einen austauschbaren Akku

Auseinander genommenes Smartphone mit Blick auf den Akku und weitere elektronische Bauteile
Versuche es mit einem frischen Akku, bevor du dir ein neues Gerät kaufst.
© Tyler Lastovich / pexels.com

Wenn Du Dein Smartphone intensiv nutzt, hat Dein Akku eine Lebensdauer von ein bis zwei Jahren. Schwächelt der Akku ab, nutzen die meisten prompt die Gelegenheit und schaffen sich ein neues Handy an. Daher solltest Du schon beim Kauf darauf achten, dass sich der Akku austauschen lässt – somit kannst Du leichter umweltfreundlich telefonieren. Allerdings wird es immer schwieriger, ein Handy mit austauschbarem Akku zu finden. Denn in die meisten Geräte ist der Akku fest verbaut und das Gehäuse lässt sich an dieser Stelle nicht mehr öffnen. Kannst Du Dein Handy nicht selbst öffnen, gibt es noch die Möglichkeit, es bei einem Smartphone-Reparateur in Deiner Stadt zu versuchen oder einen Online Handy-Reparaturservice in Anspruch zu nehmen. Der Profi ist oft in der Lage, den Akku auszutauschen.

3. Das Smartphone reparieren lassen

Kaputtes Smartphones mit verschiedenen Doktor-Utensilien wie Stethoskop und Pflaster
Gib deinem kaputten Smartphone eine zweite Chance, und lasse es kostengünstig reparieren.
© Bru-nO / pixabay.com

Der Screen hat einen Sprung oder das Display klemmt? Das ist zwar ärgerlich, aber kein Grund, direkt ein neues Handy zu kaufen. Früher hielten elektronische Geräte deutlich länger als heute, doch trotzdem solltest Du Deinem kaputten Smartphone eine zweite Chance geben. Ein beschädigtes Display oder die Kamera kannst Du schnell in Handykliniken in Deiner Stadt austauschen lassen. Eine Anfrage beim Hersteller kann sich ebenfalls lohnen. Daneben gibt es Reparatur-Kits, mit denen Du es selbst versuchen kannst. Das ist auf jeden Fall nachhaltiger als das beschädigte Gerät zum Elektroschrott zu geben.

4. Schone Deinen Akku

Nahaufnahme eines Smartphones mit angeschlossenem Ladekabel
Schone deinen Akku, indem du den Ladegrad deines Smartphones immer zwischen 20 und 90% hälst.
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Mit der richtigen Ladestrategie kannst Du die Lebensdauer von Akku und Smartphone verlängern. Wenn das Telefon aufgeladen ist, sollte es nicht noch über Stunden an der Steckdose verbleiben. Nutze das Gerät nicht, bis es sich aus Energiemangel von selbst abschaltet. Merke Dir als Faustregel, Dich immer mit einem Ladegrad zwischen 20 und 90 % zu bewegen – bei 20 % senden die meisten Smartphones sowieso die Erinnerung zum Aufladen. Die wenigsten wissen, dass es ebenfalls auf die Anzahl der Ladezyklen ankommt. Wenn Du beschließt, das Handy bei einem Akkustand von 40 % schon zu laden, wird automatisch ein neuer Zyklus gestartet, der zu lasten Deiner Batterie geht. Um den Akku zu schonen, werden Bluetooth, WLAN und GPS deaktiviert, wenn Du diese Features nicht benötigst. Du musst seltener aufladen und verringerst somit die Ladezyklen.

5. Steig auf ein Universalladegerät um

Abbildung von drei Handy-Ladekabeln
Mit einem Universalladegerät senkst du die Anzahl der Ladezyklen, und vermeidest Elektroschrott.
© tomekwalecki / picabay.com

Du kennst das: Du hast Besuch, das Smartphone droht abzustürzen und Dein Ladegerät passt nicht in das Mobiltelefon von Freund oder Freundin. Dein Telefon hat dann kein Problem, aber mit einem Universalladegerät kannst Du aktiv dazu beitragen, dass andere zu Hause und unterwegs Ihr Smartphone rechtzeitig mit Energie versorgen und somit Akku schonen, beziehungsweise die Anzahl der Ladezyklen verringern. Auch Du selbst profitierst davon, da Du nicht für alle Geräte in Deinem Haushalt jeweils ein neues Ladegerät anschaffen musst, sondern eines für alles nutzt. So wird nebenbei Elektroschrott gespart (Produktempfehlung: nachhaltige Ladegeräte & Powerbanks im Acvocadostore **).

6. Aktualisiere immer Dein Betriebssystem

Aktualisierung des Betriebssystems eines Smartphones
Halte das OS deines Smartphones jederzeit aktuell, um der Alterung des Gerätes vorzubeugen.
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Nachhaltiger Mobilfunk bedeutet auch, dass Du Dein Betriebssystem für Android oder iOS immer auf dem neuesten Stand hältst. Erinnert Dich Dein Handy an ein Update, komme dieser Aufforderung unverzüglich nach. Damit beugst Du der Alterung des Geräts vor.

Smartphone-Betriebssystem aktualisieren, so gehts:

7. Schaffe Dir eine Schutzhülle an

Smartphone mit Schutzhülle
Nachhaltie Handy-Schutzhüllen schützen dein Smartphone vor Stürzen und ähnlichen Beschädigungen.
© Efraimstochter / pixabay.com

Nicht nur das Innenleben von einem Smartphone braucht Pflege, sondern auch Gehäuse und Screen. Verpackst Du Dein Handy in einen sichere und stabile Hülle, ist die Gefahr, dass bei einem Sturz irreparable Schäden entstehen, äußerst gering. Softcases bieten den besten Schutz.

Tipp: Achte auch beim Kauf einer Handyhülle darauf, dass sie das Kriterium der Nachhaltigkeit erfüllt und fair produziert wurde (Produktempfehlung: nachhaltige Handyhüllen im Acvocadostore **).

8. Das alte Telefon verschenken oder verkaufen

Es ist nicht immer notwendig, das alte Handy wegzuschmeißen. Befindet sich das Gerät noch im guten Zustand, hast Du die Möglichkeit, auf bestimmten Internetportalen oder bei Händlern, die sich auf gebrauchte Geräte spezialisiert haben, zu verkaufen. Vielleicht gibt es in Deinem Umfeld jemand, der mit dem Smartphone noch glücklich wäre und sich über dieses Geschenk freut? Über eine Entsorgung solltest Du immer erst dann nachdenken, wenn das Telefon seinen Dienst nicht mehr tut. Wird das Smartphone länger genutzt, werden dadurch mindestens 58 kg CO2 und 14 kg andere Ressourcen eingespart!

9. Das Handy richtig entsorgen

Der Digitalverband Bitcom hat in einer Studie ermittelt, dass in deutschen Schubladen mindestens 105 Millionen alte und nicht mehr genutzte Handys liegen. Die Geräte in den Hausmüll zu geben ist nicht nur das schlimmste, was Du der Umwelt antun kannst, sondern auch illegal. Das Zauberwort heißt Recycling. Dafür stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Beim Mobilfunkanbieter
    Zunächst solltest Du versuchen, Dein altes Handy bei Deinem Mobilfunkanbieter abzugeben. Einige kooperieren mit Organisationen wie dem Naturschutzbund (NABU) oder der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Entweder werden die Handys wieder aufbereitet und weiter verkauft oder zum Recycling an ökologische Schmelzanlagen gegeben, die dafür sorgen, dass wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden können. Dafür erhalten die Organisationen Spenden von den Mobilfunkanbietern und investieren diese Gelder in nachhaltige Projekte. Du kannst Dein Handy auch an den Anbieter per Post senden, den Versandaufkleber kannst Du Dir im Netz herunterladen.
  2. Im Elektrofachgeschäft
    Das 2016 geänderte Elektrogesetz erlaubt es, das alte Telefon im Einzelhandel abzugeben. Alle Händler, deren Verkaufsfläche mindestens 400 m² beträgt, müssen die alten Geräte annehmen und der fachgerechten Entsorgung zuführen.
  3. Auf dem Wertstoffhof
    In jeder Stadt befindet sich ein Recycling- oder Wertstoffhof, wo Elektroschrott angenommen wird. Dort kannst Du das Handy abgeben. In einigen Städten und Landkreisen wurde zudem die E-Tonne eingeführt. Meistens befinden sich diese Tonnen für Elektro-Kleingeräte in Betrieben, können jedoch auch von den Mitarbeitern genutzt werden. Wenn es in Deiner Firma oder am Arbeitsplatz von Bekannten eine derartige Tonne gibt, kannst Du dort das alte Handy entsorgen.

Hilfreiche Links: Handy spenden, und Gutes tun.

10. Gleich ein faires Handy kaufen und einen grünen Tarif wählen

Wie wäre es, gleich ein Smartphone anzuschaffen, das mit einer nachhaltig orientieren Produktion, fairen Löhnen für die Arbeiter und Distanzierung zu Kinderarbeit überzeugt? Mit Fairphone und Shiftphone ist es tatsächlich möglich, die Smartphone-Welt ein großes Stück besser zu machen. Hier erfährst Du mehr über die fairen Handys und wirst staunen, was in Sachen Ökologie beim Mobilfunk machbar ist! Wenn Du schon dabei bist, auf nachhaltigen Mobilfunk umzusteigen, kannst Du mittlerweile ebenfalls faire Handytarife nutzen – zum Beispiel von Wetell aus Freiburg, wo nur mit erneuerbaren Energien gearbeitet wird und sich die Firmenpolitik am Gemeinwohl orientiert. Ein alternativer Anbieter ist Goood, der 10 % der Grundgebühren spendet. Noch sind die fairen Mobilfunkanbieter kleine Fische im großen Teich der Handygiganten. Aber indem Du einen solchen Tarif wählst, kannst Du den Unterschied machen, denn Du sorgst dafür, dass nachhaltige Telefonie sichtbar wird!

Fazit: Nachhaltige Handytelefonie ist möglich

Unsere Tipps zeigen, dass bereits kleine Änderungen Deiner Gewohnheiten große Unterschiede bewirken können. Eine umweltfreundlichere Handytelefonie ist in vielen Bereichen bereits mit respektablen Ergebnissen möglich, auch wenn die Elektronikbranche sich immer noch schwer damit tut, den Aspekt der Nachhaltigkeit nicht zur Nebensache, sondern zur Priorität zu erklären. Rohstoffe wie Kobalt, Coltan oder Seltene Erden werden in den Ursprungsländern immer noch auf der Basis der Ausbeutung von Mensch und Natur gewonnen und in Deutschland wird nicht einmal die Hälfte des anfallenden Elektroschrotts fachgerecht recycelt. Wenn Du so nachhaltig wie möglich mit dem Handy unterwegs sein möchtest, hilft es nur, das Gerät so lange wie möglich zu nutzen, die Lebensdauer von Akku und Smartphone mit unseren Tipps zu verlängern und das Handy

Infovideo: Handyrecycling – unsichtbare Schätze im Mobiltelefon

Du willst mehr darüber wissen, was du tun kannst, um deine Handynutzung nachhaltiger zu gestalten? Dann schaue dir dieses Infovideo vom Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) an.

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